Pressemitteilungen

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16.03.2012 Alkohol macht das Gehirn weniger flexibel

Abhängige können Gelerntes nicht auf neuen Kontext übertragen
RUB-Forscher beschreiben spezifisches Lerndefizit in „Alcoholism“


Lernen ist nützlich, aber richtig praktisch wird es erst, wenn man das neue Wissen flexibel in bislang unbekannten Situationen einsetzen kann. Genau damit haben alkoholabhängige Menschen Probleme, berichtet ein Team um Dr. Christian Bellebaum und Martina Rustemeier vom Institut für Kognitive Neurowissenschaft der Ruhr-Universität. Alkoholabhängige Probanden lernten neue Zusammenhänge genauso gut wie gesunde Menschen, übertrugen dieses Wissen dann aber schlechter auf einen anderen Kontext. Die Ergebnisse veröffentlichten die RUB-Forscher in der Zeitschrift Alcoholism: Clinical and Experimental Research gemeinsam mit Kollegen der Abteilung Suchtmedizin der LWL-Klinik Dortmund unter Leitung von PD Dr. Gerhard Reymann.

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29.02.2012 Interaktion und Spezialisierung der Gehirnhälften

Wenn die eine Seite von der anderen nichts weiß
RUB-Experiment: Die Folgen von Lichtstimulation


Wann immer wir etwas tun, ist eine unserer Gehirnhälften aktiver als die andere. Viele Aufgaben sind jedoch nur lösbar, wenn beide Seiten zusammenarbeiten. Wie solche Spezialisierungen und Kooperationen entstehen, untersuchen
PD Dr. Martina Manns und Juliane Römling von der Ruhr-Universität Bochum. Anhand eines Tauben-Modells weisen sie erstmals experimentell nach, dass die Fähigkeit, komplexe Eindrücke aus beiden Hirnhälften zusammenzufügen, von Umweltfaktoren während der embryonalen Phase abhängig ist. Die Ergebnisse der Studie erscheinen online in Nature Communications.

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07.02.2012 Warum der Mittelfinger so eine lange Leitung hat

PNAS: Hemmung von den Nachbarnervenzellen bestimmt die Reaktionsgeschwindigkeit
RUB-Neurowissenschaftler finden neue Rolle der kortikalen Karten


Jeder Körperteil besitzt im Gehirn einen eigenen Nervenzellbereich – wir haben also eine Karte unseres Körpers im Kopf. Die funktionelle Bedeutung dieser Karten ist aber weitgehend unklar. Welche Auswirkungen sie haben können, haben RUB-Neurowissenschaftler jetzt mit Reaktionszeitmessungen in Kombination mit Lernexperimenten und „computational modeling“ gezeigt. Sie konnten belegen, dass hemmende Einflüsse benachbarter „Fingernervenzellen“ die Reaktionszeit eines Fingers beeinflussen. Finger am Rand – also Daumen und kleiner Finger – reagieren deswegen schneller als der Mittelfinger, der dem „Störfeuer“ von je zwei Nachbarn pro Seite ausgesetzt ist. Durch gezieltes Lernen lässt sich dieser Geschwindigkeitsnachteil ausgleichen. Die AG von PD Dr. Hubert Dinse (Neural Plasticity Lab am Institut für Neuroinformatik) berichtet in der aktuellen Ausgabe von PNAS.

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07.02.2012 Das Auge schaut voraus, das Gehirn denkt nach

Neurowissenschaftler präsentieren unerwartete Erkenntnisse über das Sehen
Gemeinsame Presseinformation der RUB und der Philipps-Universität Marburg


Das Hirn hat das Nachsehen: Schnelle Augenbewegungen erfolgen rascher als die Änderungen der Hirnaktivität, durch die sie repräsentiert werden. Mit diesem überraschenden Befund erklären Neurowissenschaftler aus Marburg, Bochum und Newark in den USA bestimmte Wahrnehmungsfehler. Dem Team ist es erstmals gelungen, den Zeitverlauf von Nervensignalen zu messen, die dem Gehirn die Eigenbewegung der Augen rückmelden. Die Forscher um Professor Dr. Frank Bremmer von der Philipps-Universität veröffentlichen ihre Ergebnisse in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift „Current Biology“, die am 7. Februar 2012 erscheint.

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02.02.2012 Das „enthemmte“ Gehirn im Alter

RUB-Forscher gewinnen neue Erkenntnisse übers Altern und Lernen
Im Alter gilt: Weniger Hemmung, schlechtere Wahrnehmung


Bochumer Neurowissenschaftler haben bei älteren Menschen im Vergleich zu jungen eine erhöhte Erregbarkeit in dem Areal des Gehirns gefunden, welches für die Verarbeitung des Tastsinns der Hand zuständig ist. Während bei jungen Menschen solch eine „Enthemmung“ mit einer besseren Tastleistung verbunden ist, geht sie bei den Älteren mit einem verschlechterten Tastsinn einher. Demnach liegen bei altersbedingten Veränderungen andere Mechanismen zugrunde als beim Lernen. Die Forscher um Prof. Dr. Martin Tegenthoff (Neurologische Klinik Bergmannsheil) und PD Dr. Hubert Dinse (Neural Plasticity Lab am Institut für Neuroinformatik) berichten in der renommierten Fachzeitschrift „Journal of Neuroscience“.

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30.01.2012 Geselligkeit hält geistig fit

RUB-Forscher untersucht Lernfähigkeit in „reizvoller“ Umgebung und Gesellschaft
RUBIN: Soziale Kontakte und Bewegung verbessern Kommunikation von Nervenzellen


Bewegung und soziale Kontakte steigern die Lernfähigkeit – und zwar am meisten, wenn sie zusammenkommen. Arne Buschler vom RUB-Lehrstuhl für Neurophysiologie untersuchte die Aktivität von Nervenzellen im Hippocampus, einer Gehirnregion, die für das Langzeitgedächtnis wichtig ist. Erregt man die Zellen mit elektrischen Impulsen einer bestimmten Frequenz, so steigt die Effizienz ihrer Kommunikation (Langzeitpotenzierung). Bei Mäusen beobachtete der RUB-Forscher eine besonders starke Langzeitpotenzierung, wenn er sie mit Artgenossen in einer anregenden Umgebung („enriched environment“) hielt. Ein ausführlicher Beitrag zu diesem Thema findet sich in RUBIN, dem Wissenschaftsmagazin der Ruhr-Universität.

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18.01.2012 Nervenzellnetzwerke beobachten

Logo DIP

Wie das Gehirn aus Lichtreizen Bildeindrücke konstruiert
1,55 Mio. Euro für Deutsch-Israelisches Kooperationsprojekt
RUB-Neurowissenschaftler koordiniert Forschungsvorhaben auf deutscher Seite


Wie konstruiert unser Gehirn aus den mannigfaltigen Lichtreizen, die auf das Auge treffen, ein robustes Bild? Bei diesem komplexen Ablauf sind weit verzweigte Netzwerke von Nervenzellen im Einsatz, deren Zusammenwirken Forscher aus Deutschland und Israel in einem neuen Kooperationsprojekt ergründen. Koordinator auf deutscher Seite ist Dr. Dirk Jancke (RUB-Institut für Neuroinformatik). Die Forscher setzen dabei in Kombination mit der funktionellen Magnetresonanztomographie ein neuartiges bildgebendes Verfahren ein, das es dank Licht emittierender Farbstoffe erlaubt, Gehirnaktivität mit hoher zeitlicher und räumlicher Auflösung zu verfolgen. Das Projekt wird ab Januar 2012 vom Bundesforschungsministerium (BMBF) und der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) mit rund 1,55 Mio. Euro gefördert.

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16.01.2012 Neue Emmy Noether-Nachwuchsgruppe

Wie das Gehirn gleichzeitig Eis isst und Fahrrad fährt
Neue Emmy Noether-Nachwuchsgruppe an der RUB
Biopsychologen untersuchen neuronale Grundlagen der Handlungskontrolle


Eis essen beim Fahrradfahren oder das Auto lenken und gleichzeitig den Radiosender wechseln: Menschen sind Experten darin, mehrere Handlungen auf einmal zu koordinieren. Wie das Gehirn dieses „Multitasking“ bewerkstelligt, untersuchen Forscherinnen und Forscher der Ruhr-Universität um Dr. Christian Beste in der Arbeitseinheit Biopsychologie. Ab März 2012 richten sie die Emmy Noether-Nachwuchsgruppe „Neuronale Mechanismen der Handlungskontrolle“ ein, die die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) mit 1 Mio. Euro für zunächst vier Jahre fördert. Die Wissenschaftler erforschen, wie sich Krankheiten, z.B. Morbus Parkinson, auf die Kontrolle von Handlungen auswirken und welche genetischen Unterschiede es zwischen Personen mit verschiedenen „Multitasking“-Fähigkeiten gibt.

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12.12.2011 Kontrolle durch die Matrix

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Development: Wie bestimmte Zellen im Rückenmark entstehen
RUB-Forscher entschlüsseln Rolle von Proteinen der Zellumgebung


Wie Astrozyten, bestimmte Zellen des Nervensystems, entstehen, ist bislang weitgehend unbekannt. Bochumer Forscher haben nun untersucht, welchen Einfluss die Zellumgebung, Extrazelluläre Matrix genannt, auf diesen Prozess hat. Sie fanden heraus, dass das Matrix-Protein Tenascin C vorhanden sein muss, damit sich Astrozyten im Rückenmark von Mäusen kontrolliert vermehren und verteilen. Gemeinsam mit Kollegen der RWTH Aachen berichten die Wissenschaftler vom RUB-Lehrstuhl für Zellmorphologie und Molekulare Neurobiologie über ihre Ergebnisse in der Zeitschrift Development.

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12.12.2011 Multiple Sklerose: RUB-Forscher geehrt

sobek-preis

Sobek-Stiftung ermöglicht neue Perspektiven und Handlungsspielräume

Den mit 100.000 Euro dotierten Sobek-Forschungspreis hat der Bochumer Neurologe Prof. Dr. Ralf Gold für seine Forschungsarbeiten zur Multiplen Sklerose (MS) erhalten. Prof. Gold ist Direktor der Neurologischen Klinik der Ruhr-Universität Bochum am St. Josef-Hospital und Vorstandsmitglied im Ärztlichen Beirat des Bundesverbandes der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft (DMSG). Der Preis der Roman, Marga und Mareille Sobek-Stiftung mit Sitz in Renningen ist eine der renommiertesten Auszeichnungen für richtungweisende Forschungsarbeiten zur MS und die höchstdotierte in Europa auf diesem Gebiet.

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12.12.2011 Der wichtigste Tag des Jahres

graduation day 2011

International Graduate School of Neuroscience der RUB feiert Absolventen
Schülerwettbewerb: Der beste Film über das Gehirn wird geehrt


Es gab für viele einen Grund zum Feiern: Auf dem Graduation Day der International Graduate School of Neuroscience (IGSN) freuten sich zehn frisch gebackene Absolventinnen und Absolventen über ihre Promotionsurkunden. Auch für die Forscher-AG der Theodor-Körner-Schule war es ein besonderer Tag. Sie gewann den diesjährigen Schülerwettbewerb „Brain Movie“.

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30.11.2011 Warum evolutionär alte Hirnareale wichtig sind

Unterschiedliche Hirnstrukturen steuern Augenreflexe im Lauf des Lebens
RUB-Wissenschaftler berichten im Journal of Neuroscience


Hirnstrukturen, die sich früh in der Evolution entwickelten, führen bei Neugeborenen Funktionen aus, die später die Großhirnrinde übernimmt. Neue Hinweise für diese Theorie hat ein Forscherteam der RUB im visuellen System von Affen gefunden. Die Wissenschaftler untersuchten einen Bewegungsreflex der Augen, den so genannten optokinetischen Nystagmus. Sie stellten fest, dass zunächst Kerne im Hirnstamm diesen Reflex steuern und erst später Signale der Großhirnrinde (Neokortex) hinzukommen. PD Dr. Claudia Distler-Hoffmann vom Lehrstuhl für Allgemeine Zoologie und Neurobiologie und Prof. Dr. Klaus-Peter Hoffmann vom Lehrstuhl für Tierphysiologie berichten im Journal of Neuroscience.

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24.11.2011 Betablocker verhindern negative Auswirkungen von Stress

Trotz Stress das Ziel nicht aus den Augen verlieren
Betablocker verhindern negative Auswirkungen von Stress
RUB-Psychologen berichten in Journal of Neuroscience


Gestresste Personen verfallen in Gewohnheiten und verhalten sich nicht zielgerichtet. Dass dafür der Botenstoff Noradrenalin entscheidend ist, berichten Bochumer Wissenschaftler um Dr. Lars Schwabe (RUB-Fakultät für Psychologie) in Journal of Neuroscience. Stoppt man die Wirkung von Noradrenalin durch Betablocker, bleibt der Stresseffekt aus. „Die Ergebnisse können bedeutend für Substanzabhängigkeiten sein, für die Stress ein zentraler Risikofaktor ist“, sagt Schwabe. „Sie zeichnen sich durch eingeschliffene Routinen und Gewohnheiten aus.“

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