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Archiv Pressemitteilungen:

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12.04.2019 Karriereplattform für Neurowissenschaftlerinnen gestartet

Das in Bochum gegründete Netzwerk will Forscherinnen international sichtbarer machen. Zugleich ist es ein nützliches Tool für die Recherche.

An der Ruhr-Universität Bochum (RUB) ist ein neues weltweites Netzwerk für Forscherinnen in der Neurowissenschaft gestartet. Die digitale Plattform „Neuronexxt – Network for Women in Neuroscience“ will Frauen in diesem Forschungsbereich sichtbarer machen und soll als Tool bei der Suche nach Expertinnen für neurowissenschaftliche Themen dienen.

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02.04.2019 Bevacizumab gegen Hirntumoren kann kognitive Einschränkungen auslösen

Das Medikament beeinträchtigt möglicherweise die Leistung des Hippocampus.

Das Glioblastom ist die häufigste Form des Hirntumors bei Erwachsenen. Es handelt sich um eine sehr aggressive Krebsform; Patienten mit dieser Diagnose haben eine mittlere Überlebenszeit von 15 Monaten. Vor allem in den USA wird zur Behandlung von Glioblastomen der Wirkstoff Bevacizumab eingesetzt. Das Medikament ist keine Chemotherapie im klassischen Sinne, sondern eine Therapie mit einem Antikörper, der das Krebswachstum eindämmen soll. In einer großen Therapiestudie ergaben sich Hinweise darauf, dass Glioblastom-Patienten, die mit Bevacizumab behandelt wurden, kognitive Einschränkungen entwickeln können. Ein Team von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der Ruhr-Universität Bochum (RUB) hat deshalb untersucht, wie Bevacizumab auf Nervenzellen direkt wirkt. Ihre Ergebnisse beschreiben die Forscher in der Zeitschrift Frontiers in Cellular Neuroscience, online veröffentlicht am 26. März 2019.

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27.03.2019 Wie Nervenzellen fehlgefaltete Proteine kontrollieren

Die Huntington-, Parkinson- und weitere Erkrankungen gehen mit der Fehlfaltung und Aggregation von Proteinen einher. Forscher haben einen Mechanismus entdeckt, wie sich Zellen schützen – ein Ansatz für die Therapie.

Forscherinnen und Forscher haben einen Proteinkomplex identifiziert, der fehlgefaltete Proteine markiert, von schädlichen Interaktionen mit anderen Proteinen in der Zelle abhält und sie zur Entsorgung dirigiert. Wie der sogenannte Linear Ubiquitin Chain Assembly Complex, kurz Lubac, in die Kontrolle fehlgefalteter Proteine in Zellen involviert ist, untersuchte ein interdisziplinäres Team unter Federführung von Prof. Dr. Konstanze Winklhofer, Ruhr-Universität Bochum (RUB), in Kollaboration mit der Abteilung Neurologie des St. Josef-Hospitals der RUB sowie mit Kollegen des Max-Planck-Instituts für Biochemie in Martinsried.

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14.02.2019 Rezeptorsignale in Nervenzellen steuern und sichtbar machen

Dieses neue Werkzeug schlägt zwei Fliegen mit einer Klappe. Künftig könnte es bei der Erforschung verschiedener Krankheiten helfen.

Mit einem neuen optogenetischen Werkzeug ist es Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern gelungen, die Signale von Serotoninrezeptoren in Nervenzellen zu steuern, nachzuahmen und sichtbar zu machen. Sie modifizierten einen lichtempfindlichen Membranrezeptor aus dem Auge namens Melanopsin. Die Arbeiten beschreibt das Team der Ruhr-Universität Bochum um Dennis Eickelbeck und Prof. Dr. Stefan Herlitze in der Zeitschrift Nature Communications Biology vom 14. Februar 2019.

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23.01.2019 Ein Muskelprotein fördert die Heilung von Nerven

Normalerweise heilen verletzte Fasern in Gehirn und Rückenmark nicht. Bochumer Biologen hoffen auf neue Ansätze mittels Gentherapie.

Geschädigte Nervenfasern des Zentralen Nervensystems (ZNS) im Gehirn, Sehnerv oder Rückenmark sind normalerweise nicht regenerationsfähig. Grund dafür ist unter anderem, dass Nervenfasern die Proteine, die für ihr Nachwachsen notwendig sind, nicht oder nur unzureichend bilden. Das Team des Lehrstuhls für Zellphysiologie der Ruhr-Universität Bochum (RUB) unter Leitung von Prof. Dr. Dietmar Fischer konnte zeigen, dass unter bestimmten Bedingungen in verletzten Nervenzellen des ZNS ein Protein gebildet wird, das bisher nur in Muskelzellen beschrieben wurde. Das Muscle-LIM-Protein trug in Versuchen zur Regeneration der verletzten Nerven bei. Das Forscherteam berichtet in der Zeitschrift „Cell Reports“ vom 22. Januar 2019.

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16.01.2019 Neurofeedback hilft Lernerfolg zu steuern

Wer seinen Gehirnrhythmus selbst reguliert, kann Kapazitäten für neu zu lernendes freigeben.

Um die gigantischen Mengen an Information, die auf uns einströmen, effizient bewältigen zu können, nutzt unser Gehirn Filtersysteme. Neuronale Alpha-Oszillationen gehören dazu. Sie helfen, den Informationsfluss in bestimmten Gehirnregionen herunterzufahren. Durch ein spezielles Training lassen sich die Oszillationen gezielt beeinflussen. Ein Team des Neural Plasticity Labs am Institut für Neuroinformatik der Ruhr-Universität Bochum (RUB) und der Abteilung für Neurologie des RUB-Klinikums Bergmannsheil hat herausgefunden, dass Probanden so selbst Einfluss auf ihren Lernerfolg in einer Tastaufgabe nehmen können. Sie berichten im Journal Nature Communications vom 16. Januar 2019.

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16.01.2019 Klinische Neuropsychologie - Ambulanz und Weiterbildung aus einer Hand

Als einzige deutsche Hochschule bietet die Ruhr-Universität bei dieser Weiterbildung Theorie und Praxis unter einem Dach.

Die neuropsychologische Hochschulambulanz der Ruhr-Universität Bochum (RUB) ist von der Psychotherapeutenkammer NRW ab Januar 2019 auch als Weiterbildungsstätte für alle theoretischen Grundlagen anerkannt worden. Damit verbindet die RUB bei der Weiterbildung zum Neuropsychologen auf einzigartige Weise Theorie und Praxis in einem ganzheitlichen, kompakten Konzept.

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11.01.2019 Stiftungsprofessur für Riechforscher

Hanns Hatt an der Mainzer Universität. Dort erklärt der Bochumer Riechforscher im Sommersemester 2019, wie der Geruchssinn funktioniert.

Prof. Dr. Dr. Dr. habil. Hanns Hatt vom RUB-Lehrstuhl für Zellphysiologie besetzt im Sommersemester 2019 die Stiftungsprofessur der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz. Er will dort einem breiten Publikum das Thema „Die Macht der Düfte: Alles über das Riechen und wie es unser Leben bestimmt“ vermitteln.

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19.12.2018 Das therapeutische Potenzial von Duftrezeptoren

Duftrezeptoren kommen in allen Geweben des Körpers vor und können dabei unterschiedliche Signalwege aktivieren. Das löst viele verschiedene Wirkungen in den Zellen aus.

Zellwachstum, Hormonregulation und das Freisetzen von Botenstoffen sind nur drei von vielen Prozessen, die Riechrezeptoren im Körper kontrollieren. Wie es ihnen gelingt, in so vielfältige Funktionen des Körpers einzugreifen, beschreibt ein Übersichtsartikel in der Zeitschrift „Nature Reviews Drug Discovery“. Der Duftforscher Prof. Dr. Dr. Dr. habil. Hanns Hatt, Ruhr-Univesität Bochum, veröffentlichte ihn gemeinsam mit Dr. Sung-Joon Lee, Korea University, und Prof. Dr. Inge Depoortere, Catholic University of Leuven, am 30. November 2018.

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19.12.2018 Wie das Gehirn reagiert, wenn man blind wird

Das Erblinden wirkt sich auf alle Sinne aus. Aber auch auf das Gedächtnis.

Wenn Mäuse kurz nach der Geburt aufgrund eines Gendefekts erblinden, hat das weitreichende Auswirkungen sowohl auf die Organisation der Großhirnrinde als auch auf die Gedächtnisleistung. Zu diesem Schluss kommen Forscherinnen und Forscher der Ruhr-Universität Bochum in einer Studie, die sie am 7. Dezember 2018 online in der Zeitschrift „Cerebral Cortex“ veröffentlichten.

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17.12.2018 Neues Trainingskonzept gegen Demenz

Mit einer Kombination aus körperlichem und geistigem Training will das Projektteam kognitiven Beeinträchtigungen vorbeugen.

Eine Demenz ist nicht heilbar, es ist aber möglich, ihren Verlauf zu verlangsamen: An diesem Punkt setzt das neue Forschungsprojekt „go4cognition“ an, an dem Forscher des BG Klinikum Duisburg, der Ruhr-Universität Bochum und der Hamburger Fernhochschule beteiligt sind. Ein interdisziplinäres Team aus Spezialistinnen und Spezialisten verschiedener Institutionen – unter anderem Neuropsychologen, Sportwissenschaftler, Ärzte, Pflegewissenschaftler und Softwareentwickler – will darin ein System entwickeln, das die geistigen Fähigkeiten der Studienteilnehmer mit einer Demenz-Vorstufe verbessert oder zumindest auf dem aktuellen Niveau hält.

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13.12.2018 Förderung - Chorea Huntington

Förderung von Diagnostik, Therapie und Forschung

Das Katholische Klinikum Bochum, Universitätsklinikum der RUB, erhält eine Förderung über 5 Millionen Euro vom Land Nordrhein-Westfalen. Ziel ist, die Diagnostik, Therapie und Erforschung der Huntington-Erkrankung weiter zu verbessern.

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07.12.2018 Neue DFG-Forschungsgruppe - Szenarien der Vergangenheit

Wenn wir uns an etwas zu erinnern versuchen, rufen wir ein Szenario auf. Es wird erst konstruiert, während wir zurückdenken, meinen Forscher.

Hab ich die Kaffeemaschine zu Hause ausgeschaltet? Diese einfache Frage setzt in unserem Gehirn komplexe Prozesse in Gang, die dazu führen, dass wir ein Szenario konstruieren, in dem die Handlung vorkommt, an die wir uns zu erinnern versuchen. Solche Prozesse sind wenig erforscht, aber unverzichtbar für unseren Alltag. Ihnen auf die Spur zu kommen ist Ziel einer neuen Forschungsgruppe unter Leitung von Prof. Dr. Sen Cheng vom Institut für Neuroinformatik der Ruhr-Universität Bochum (RUB), die die Deutsche Forschungsgemeinschaft ab 1. Juli 2019 für drei Jahre fördert.

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03.12.2018 Glutamatrezeptor beeinflusst, wie sich Hirnzellen entwickeln

Bisher dachte man, dass dieses Protein nur bei Erwachsenen eine Rolle spielt. Doch das stimmt nicht.

Über ihre Ergebnisse berichten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler um Dr. Alexander Jack und Prof. Dr. Petra Wahle von der Arbeitsgruppe Entwicklungsneurobiologie in der Fachzeitschrift Molecular Neurobiology vom 12. November 2018.

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30.11.2018 Schalter für die Regeneration von Nervenzell-Isolierschicht entdeckt

Bei Krankheiten wie Multipler Sklerose degeneriert die Isolierschicht der Nervenbahnen. Neue Erkenntnisse könnten einen Ansatz für die pharmakologische Therapie liefern.

Ein internationales Forscherteam hat einen Mechanismus entdeckt, der die Regeneration der Isolierschicht von Nervenzellfortsätzen steuert. Diese Isolierung, auch Myelinscheide genannt, ist entscheidend für eine schnelle Signalübertragung zwischen den Zellen. Schäden an der Myelinscheide, wie sie bei Multipler Sklerose vorkommen, können die Funktion des Nervensystems stark beeinträchtigen. In der Zeitschrift „Glia“ beschreibt das Team um Dr. Annika Ulc, Dr. Simon van Leeuwen und Prof. Dr. Andreas Faissner von der Ruhr-Universität Bochum, die Ergebnisse gemeinsam mit Kollegen aus Edinburgh, Münster und Hannover.

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23.11.2018 Malwettbewerb für Schüler und Schülerinnen

Wo sitzen eigentlich Stolz, Liebe und Wut?

Eine Ausstellung in der Universitätsbibliothek der RUB zeigt, wie Kinder sich ihre Gefühle vorstellen. Die Ausstellung basiert auf einem Malwettbewerb, ausgerichtet von der International Graduate School of Neuroscience und dem Sonderforschungsbereich 874 für Schülerinnen und Schüler der 3. und 4. Klasse an Bochumer Grundschulen. Das Thema lautete: „Gefühlsdetektive – Spurensuche im Kopf: Wo sitzen eigentlich Stolz, Liebe und Wut?“.

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12.11.2018 Forschungspreis - Mit Stammzellen die Duchenne-Muskelerkrankung verstehen

Das Forschungsteam der RUB will die Grundlagen der Erbkrankheit untersuchen. Dafür bekommt es 50.000 Euro.

Patienten mit Duchenne-Muskeldystrophie leiden von Kindheit an unter Muskelschwäche und werden selten über 30 Jahre alt. Die Krankheit besser zu verstehen ist Ziel von Prof. Dr. Beate Brand-Saberi, Privatdozent Dr. Holm Zähres und Prof. Dr. Katrin Marcus. Dem Forschungsteam der RUB wurde am 10. November 2018 der mit 50.000 Euro dotierte Forschungspreis der Deutschen Duchenne-Stiftung verliehen.

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31.10.2018 Wie es zur Dominanz von einer Hirnhälfte über die andere kommt

Die Mechanismen sind viel komplexer als bislang gedacht.

Linke und rechte Hirnhälfte sind auf unterschiedliche Aufgaben spezialisiert. Wie genau es einer Hemisphäre gelingt, bei einer bestimmten Funktion Dominanz über die andere zu gewinnen, ist jedoch unklar. Neue Erkenntnisse dazu beschreiben Biopsychologen der Ruhr-Universität Bochum in der Zeitschrift „Cell Reports“, online veröffentlicht am 30. Oktober 2018.

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29.10.2018 Warum Menschen beim Küssen und Umarmen Seitenvorlieben haben

Eine Umarmung beginnt man in der Regel mit der rechten Hand. Ähnliche Präferenzen gibt es auch bei anderen sozialen Berührungen. Ob man Rechts- oder Linkshänder ist, spielt dabei eine Rolle. Aber nicht nur.

Bei Berührungen in sozialen Kontexten, etwa beim Küssen oder Umarmen, haben Menschen häufig eine Seitenpräferenz, neigen den Kopf zum Beispiel eher nach rechts als nach links beim Küssen. Zu den Ursachen gibt es verschiedene Theorien. In einem Übersichtsartikel in der Zeitschrift „Neuroscience und Biobehavioral Reviews“ tragen Forscherinnen und Forscher der Ruhr-Universität Bochum, der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf und der Victoria University of Wellington bislang existierende Daten zusammen, anhand derer sie die Theorien überprüfen. Der Artikel wurde im Oktober 2018 online veröffentlicht.

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25.10.2018 Grünen Star dank Biomarkern früh entdecken

Diese Augenkrankheit führt oft zum Erblinden. Ein schnelles Eingreifen könnte das verhindern.

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Ruhr-Universität Bochum haben neue potenzielle Biomarker identifiziert, die helfen könnten, die Augenkrankheit Glaukom, auch bekannt als Grüner Star, bei Patienten früher zu erkennen.

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17.10.2018 Zwei neue Forschungsprojekte zum Gedächtnis in Bochum

Die beiden Projekte wollen bislang unbekannte neuronale Grundlagen des Arbeitsgedächtnisses aufdecken und widersprüchliche Befunde zum Einfluss von Stress auf das Gedächtnis in Einklang bringen.

Mit dem Einfluss von Stress auf das Langzeitgedächtnis und mit den neuronalen Grundlagen des Arbeitsgedächtnisses beschäftigen sich zwei neue Forschungsprojekte am Institut für Kognitive Neurowissenschaft der Ruhr-Universität Bochum (RUB). Die Deutsche Forschungsgemeinschaft und die Netherlands Organization for Scientific Research finanzieren sie im Rahmen des Förderprogramms „Open Research Area for the Social Sciences“. Insgesamt fließen rund eine Million Euro an die RUB.

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15.10.2018 Was im Gehirn passiert, wenn sich die Sinne schärfen

Übung macht den Meister – zum Beispiel, wenn es darum geht, feine Unterschiede sehen oder hören zu können. Das klappt aber nur, weil Nervenzellen Teamplayer sind.

Neue Erkenntnisse über das sogenannte perzeptuelle Lernen beschreibt die Gruppe aus Großbritannien, Deutschland, Italien und den USA in der renommierten Zeitschrift Nature Communications vom 12. Oktober 2018.

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12.10.2018 Hirnwellen ermöglichen Einblicke ins Navigationssystem des Gehirns

Die Ergebnisse eröffnen neue Ansätze für die frühe Alzheimer-Diagnostik.

Das Gehirn legt eine Art Landkarte unserer Umgebung an, was eine zuverlässige räumliche Navigation erlaubt. Charakteristika dieses Navigationssystems sind auch in Hirnwellen vorhanden, die mit Tiefenelektroden im menschlichen Gehirn messbar sind. Das berichten Forscher des Universitätsklinikums Freiburg, der RUB und der Universität Peking in der Zeitschrift Current Biology vom 11. Oktober 2018.

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05.10.2018 Wie das Gehirn im Schlaf lernt

Schlaf hilft, Erinnerungen zu festigen. Wie genau das funktioniert, haben Forscher aus Bochum und Bonn untersucht. Auch Dinge, die wir vergessen, sind nicht sofort weg.

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17.09.2018 Pflanzenwirkstoff beschleunigt Heilung verletzter Nerven

Trotz intensiver Forschung ist es in den vergangenen 30 Jahren nicht gelungen, die Behandlung von Nervenverletzungen wesentlich zu verbessern. Das könnte sich jetzt ändern.

Schäden an Nerven heilen sehr langsam oder gar nicht, oft bleiben dauerhafte Lähmungen zurück. Bisher gibt es kein wirksames Medikament, das die Heilung verbessert oder beschleunigt. Neurobiologen der Ruhr-Universität Bochum (RUB) um den neu auf den Lehrstuhl für Zellphysiologie berufenen Prof. Dr. Dietmar Fischer haben jetzt eine mögliche Wirkstoffklasse ausgemacht: Bei Mäusen und Ratten konnten sie zum ersten Mal zeigen, dass ein Wirkstoff aus dem Mutterkraut nach einer Verletzung des Ischiasnervs die Nervenfunktion deutlich verbessert. In einem neuen Projekt, das im Oktober 2018 startet, wollen sie untersuchen, ob die Substanz auch bei anderen Verletzungsarten oder Nervenschmerzen wirksam ist. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert das Vorhaben mit rund 1,25 Millionen Euro für zunächst drei Jahre. Ziel ist es, ein Medikament zu entwickeln.

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07.09.2018 So vergisst das Gehirn mit Absicht

Zwei Hirnregionen haben scheinbar eine Schlüsselrolle beim Vergessen.

Was im Gehirn passiert, wenn Menschen willentlich etwas vergessen, hat ein Team der Ruhr-Universität Bochum und des Universitätsklinikums Gießen und Marburg gemeinsam mit Kollegen aus Bonn, den Niederlanden und Großbritannien erforscht. Sie identifizierten zwei Hirnbereiche – den präfrontalen Kortex und den Hippocampus –, deren Aktivitätsmuster charakteristisch für den Prozess des Vergessens sind. Die Hirnaktivität maßen sie bei Epilepsie-Patienten, denen zur Operationsplanung Elektroden in das Gehirn implantiert worden waren. Die Ergebnisse beschreiben die Forscherinnen und Forscher um Carina Oehrn und Prof. Dr. Nikolai Axmacher in der Zeitschrift Current Biology, online veröffentlicht am 6. September 2018.

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04.09.2018 Hanns Hatt bleibt Präsident der Union der Akademien

Der RUB-Biologe Prof. Dr. Dr. Dr. habil. Hanns Hatt hat am 1. September 2018 seine zweite Amtszeit als Präsident der Union der deutschen Akademien der Wissenschaften angetreten. Er wurde im April im Amt bestätigt und hat es für die kommenden drei Jahre inne. Eine erneute Wiederwahl ist nicht möglich.

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03.09.2018 Unterdrückte Erinnerungen bei traumatisierten Geflüchteten

Krieg, Folter, Naturkatastrophen – emotionale Extremerfahrungen können zu posttraumatischer Belastungsstörung führen. Aber nicht alle Menschen sind gleich empfänglich für die Krankheit.

Was im Gehirn passiert, wenn Menschen mit posttraumatischer Belastungsstörung (PTBS) versuchen, Erinnerungen willentlich zu unterdrücken, hat ein internationales Forscherteam analysiert. Bei einem Gedächtnistest zeichneten sie mittels Magnetenzephalografie die Hirnaktivität von schwer traumatisierten Geflüchteten auf und verglichen die Ergebnisse bei Teilnehmern mit und ohne PTBS. Die Daten geben Hinweise auf die neuronalen Grundlagen von wiederkehrenden traumatischen Erinnerungen und für die Therapie.

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29.08.2018 Brain Day - Hirnforschung zum Anfassen

Milliarden Nervenzellen arbeiten in unseren Köpfen auf Hochtouren. Wie sie dabei unser Leben beeinflussen, erklären Neurowissenschaftler einmal im Jahr der breiten Öffentlichkeit.

Die Hirnforscher der RUB laden zum Brain Day ein. Am 19. September 2018 dreht sich alles um aktuelle Forschungsergebnisse aus den Neurowissenschaften. Zwischen 13 und 17 Uhr erwarten die Gäste im Veranstaltungszentrum der RUB Vorträge, Präsentationen und Mitmach-Aktionen rund um die neuesten Themen aus der Hirnforschung.

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29.08.2018 Wie sich das Gehirn von Huftieren entwickelt

Meist wird die Hirnentwicklung an Nagetieren untersucht. Von diesen kann man aber nicht einfach auf alle Säugetiere schließen.

Huftiere müssen sofort nach ihrer Geburt mit ihren Herden ziehen und kommen daher mit nahezu komplett ausgereifter Wahrnehmung und Motorik auf die Welt. Über ihre Gehirnentwicklung ist bislang wenig bekannt. Denn diese ist überwiegend an unreif geborenen Spezies, beispielsweise Nagetieren, erforscht worden. Neue Einblicke in die Entwicklung des zentralen Nervensystems bei Huftieren hat ein Team der Ruhr-Universität Bochum um Laura Ernst und Prof. Dr. Petra Wahle aus der Arbeitsgruppe Entwicklungsneurobiologie gemeinsam mit Kollegen aus Heidelberg und Spanien sowie vom Regionalverband Ruhr Grün gewonnen. Die Ergebnisse sind in der Zeitschrift „Brain Structure and Function“ vom 9. August 2018 beschrieben.

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24.08.2018 Wie sich das Gehirn nach einem Schlaganfall repariert

Mit einer neuen Mikroskopietechnik haben die Forscher erstmals Veränderungen einer bestimmten Struktur in der Umgebung der Nervenzellen sichtbar gemacht.

Wie sich die Hirnstruktur verändert, wenn sich das Gehirn nach einem Schlaganfall wieder regeneriert, haben Wissenschaftler der Universität Duisburg-Essen (UDE) und der RUB untersucht. Mit neuartiger Mikroskopietechnik beobachteten sie die Netze, die die Nervenzellen umschließen. Das Team von der Medizinischen Fakultät der UDE und vom RUB-Lehrstuhl für Zellmorphologie und Molekulare Neurobiologie beschreibt die Ergebnisse im Journal of Matrix Biology, online veröffentlicht am 6. August 2018.

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21.08.2018 Wie sich die Gehirne von Aufschiebern und Machern unterscheiden

Was du heute kannst besorgen, das verschiebe nicht auf morgen. An dieses Motto halten sich nicht alle Leute. Das könnte an zwei bestimmten Hirnregionen liegen.

Warum manche Menschen Aufgaben eher vor sich herschieben als sofort zu handeln, haben Forscherinnen und Forscher der Ruhr-Universität Bochum untersucht. Mittels Kernspintomografie identifizierten sie zwei Hirnbereiche, deren Größe und funktionelle Verknüpfung damit zusammenhängt, wie gut eine Person ihre Handlungen kontrollieren kann. Die Ergebnisse berichtet das Team um Caroline Schlüter, Dr. Marlies Pinnow, Prof. Dr. Dr. h. c. Onur Güntürkün und Dr. Erhan Genç von der Arbeitseinheit Biopsychologie in der Zeitschrift Psychological Science vom 17. August 2018.

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16.07.2018 Duftrezeptoren können viel mehr als nur riechen

Duftrezeptoren finden sich in allen menschlichen Geweben und könnten auch für die Medizin interessant sein. Dies und was noch fehlt, um ihr Potenzial zu nutzen, beschreiben Bochumer Forscher in einem Übersichtsartikel.

Zahlreiche Studien belegen mittlerweile, dass Duftrezeptoren nicht nur für das Riechen relevant sind, sondern in allen Organen eine Rolle spielen. Einen Überblick über die bereits entdeckten Rezeptoren und ihre Funktionen im menschlichen Körper geben Prof. Dr. Dr. Dr. habil. Hanns Hatt und Dr. Désirée Maßberg vom Lehrstuhl für Zellphysiologie der Ruhr-Universität Bochum in der Zeitschrift „Physiological Reviews“, online vorab veröffentlicht am 13. Juni 2018.

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12.07.2018 Warum die linke Hirnhälfte Sprache besser versteht als die rechte

Neue bildgebende Verfahren erlauben zuvor unmögliche Einblicke in die Mikrostruktur der entscheidenden Hirnregion.

Nervenzellen in der Hirnregion Planum temporale besitzen in der linken Hemisphäre mehr Verbindungen als in der rechten Hemisphäre – und das ist entscheidend für eine schnellere Sprachverarbeitung, berichten Forscherinnen und Forscher der Ruhr-Universität Bochum und der Technischen Universität Dresden in der Zeitschrift „Science Advances“. Beweise für die Sprachdominanz der linken Hemisphäre gab es bereits viele; bislang war jedoch unsicher, was auf neuroanatomischer Ebene dahintersteckt.

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14.06.2018 Proteinsequenz fördert Verzweigung von Nervenzellen

Dieses Molekül könnte helfen, Zellersatztherapien zu entwickeln.

Das Gehirn ist besonders sensibel gegenüber Erkrankungen und Verletzungen, daher bemüht sich die regenerative Medizin um Therapien für den Ersatz von Nervenzellen. Forscher der RUB und der Technischen Universität Dortmund fanden nun heraus, dass eine kurze Sequenz des Proteins Tenascin-C Nervenzellen dazu anregen kann, neue Verzweigungen zu bilden. Sie beobachteten die Effekte, nachdem sie das Eiweißmolekül zu kultivierten Maus-Nervenzellen hinzugegeben hatten. Das Team identifizierte auch einen möglichen Signalweg, der die verzweigungsfördernde Wirkung des Peptids erklären könnte.

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08.06.2018 Virtuelles Gehirn gibt Einblicke in Gedächtnisprobleme bei Depression

Die Konsequenzen von lang anhaltenden depressiven Phasen könnten weitreichender sein als bislang gedacht.

Während einer depressiven Phase verringert sich die Fähigkeit des Gehirns, neue Nervenzellen zu bilden – mit negativen Folgen für das Gedächtnis. Dass Menschen sich in depressiven Phasen schlechter an aktuelle Ereignisse erinnern, war bereits bekannt. Nun zeigten Forscher dass auch ältere Erinnerungen betroffen sein könnten. Das Team um Neuroinformatiker Prof. Dr. Sen Cheng stellte ein depressives Gehirn in einem Computermodell nach. Je länger eine depressive Phase im Modell andauerte, desto weiter reichten die Gedächtnisprobleme zurück.

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05.06.2018 Was transkranielle Magnetstimulation im Gehirn bewirkt

Das Verfahren ermöglicht eine Reorganisation der Verbindungen zwischen Nervenzellen, die für Therapien nützlich sein kann.

Neue Erkenntnisse, wie transkranielle Magnetstimulation (TMS) auf Verschaltungen von Nervenzellen wirkt, haben Forscher der Ruhr-Universität Bochum gewonnen. Sie nutzten fluoreszierende Farbstoffe, die Auskunft über die Aktivität von Nervenzellen geben. Am Beispiel von kortikalen Karten zeigten sie im Tiermodell, dass TMS-Stimulation Nervenzellverbindungen in der Sehrinde des Gehirns empfänglicher für Reorganisationsprozesse macht.

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18.05.2018 Sonderforschungsbereich 874 wird weiter gefördert

Drei Sonderforschungsbereiche gehen in die dritte Förderphase - Plasmaforscher, Tunnelbauexperten und Neurowissenschaftler freuen sich.

Die Ruhr-Universität Bochum (RUB) freut sich dreifach: Die Deutsche Forschungsgemeinschaft hat beschlossen, drei Sonderforschungsbereiche für ihre jeweils dritte und letzte Förderperiode weiter zu finanzieren. Die Verbünde drehen sich um die Nutzung von Hochleistungsplasmen, maschinellen Tunnelbau und die Verarbeitung von Sinneseindrücken im Gehirn. Somit waren alle Anträge der RUB erfolgreich. Außerdem wurde ein neuer Sonderforschungsbereich/Transregio zum Thema Oxidkatalyse an den Universitäten Bochum und Duisburg-Essen bewilligt.

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15.05.2018 Weniger vernetzte Gehirne sind intelligenter

Die Ergebnisse klingen auf den ersten Blick paradox, vereinen aber zuvor widersprüchliche Befunde.

Je intelligenter ein Mensch ist, desto weniger vernetzt sind die Nervenzellen in seiner Großhirnrinde. Zu diesem Ergebnis kommen Neurowissenschaftler um Dr. Erhan Genç und Christoph Fraenz von der Ruhr-Universität Bochum nach einer Studie mit einer besonderen Form der Magnetresonanztomografie, die Einblicke in die mikrostrukturelle Verschaltung des Gehirns erlaubt.

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09.05.2018 Stress hilft beim Verlernen von Angst

Neue Erkenntnisse über das Extinktionslernen könnten nützlich für Therapien sein.

Stress kann positive Effekte auf das Extinktionslernen haben, bei dem zuvor erlernte Assoziationen aufgelöst werden. Wie Kognitionspsychologen der Ruhr-Universität Bochum herausfanden, sorgt Stress dafür, dass das Extinktionslernen unabhängig vom Kontext erfolgt. Das könnte zum Beispiel für Therapien von Angststörungen nützlich sein. Dr. Shira Meir Drexler, Prof. Dr. Oliver Wolf und Privatdozent Dr. Christian Merz vom Bochumer Institut für Kognitive Neurowissenschaft beschreiben die Ergebnisse in der Zeitschrift Behavior Therapy.

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03.05.2018 Biopsychologie - Krokodile hörten Klassische Musik im MRT-Scanner

Warum Felix Ströckens und Mehdi Behroozi Krokodilen im Kernspintomografen Musik vorgespielt haben.

Krokodile haben sich in den vergangenen 200 Millionen Jahren kaum verändert und stellen eine Brücke zwischen den Dinosauriern und den Vögeln dar. Ihre Untersuchung erlaubt daher einen tiefen Einblick in die Evolution. Dr. Felix Ströckens und Mehdi Behroozi gehören zu einem Forscherteam, das am Lehrstuhl für Biopsychologie der RUB die Reptilien zum ersten Mal mit der funktionellen Kernspintomografie untersuchen konnte.

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02.05.2018 Was Schnurrhaare so empfindlich macht

Entscheidend sind nicht die Tasthaare selbst, sondern etwas anderes.

Eine bestimmte Art von Nervenzellen in der sechsschichtigen Großhirnrinde verleiht Schnurrhaaren von Tieren ihre besondere Empfindlichkeit. RUB-Forscher zeigten bei Mäusen, dass das Zusammenspiel von Zellen in der sechsten Schicht des Kortex mit einer anderen Hirnregion, dem Thalamus, entscheidend dafür ist, dass Nager ihre Umgebung mit den Tasthaaren so gut beurteilen können. François Pauzin und Prof. Dr. Patrik Krieger von der Abteilung Systemische Neurowissenschaften beschreiben die Arbeiten in der Fachzeitschrift Cell Reports vom 1. Mai 2018.

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23.04.2018 Wie chronische Psychosen entstehen

Ein Rezeptor für den Botenstoff Glutamat könnte eine besondere Rolle spielen.

Was auf molekularer Ebene im Gehirn passiert, wenn eine Psychose chronisch wird, haben Neurowissenschaftlerinnen der RUB untersucht. Sie zeigten, dass der Botenstoff Glutamat am Entstehen der Krankheit beteiligt ist.

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04.04.2018 Lichtenberg-Professur

Wie Kinder die Welt sehen - Wir wissen noch erstaunlich wenig über die Entwicklung des kindlichen Gehirns. Sarah Weigelt geht dem auf den Grund.

Wie sehen Kinder die Welt? Um diese Frage kreist die Forschung von Prof. Dr. Sarah Weigelt. Die Volkswagenstiftung fördert ihre Arbeit mit einer Lichtenberg-Professur, die für eine Dauer von fünf Jahren mit knapp 1,4 Millionen Euro dotiert ist.

An der Fakultät für Psychologie besetzt Weigelt eine Professur für Entwicklungsneuropsychologie mit dem Projekttitel „Developmental Cognitive Neuroscience: The developing visual brain“.

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23.03.2018 Roboterarm mit dem Gehirn bewegen

In der virtuellen Welt untersuchen Forscher die Grundlagen für die Mensch-Maschine-Zusammenarbeit.

Für Patienten, die nach einem Unfall oder einer Erkrankung halsabwärts gelähmt sind, wäre es ein ungeheurer Gewinn an Eigenständigkeit: ein Roboterarm, der sich steuern lässt wie ein eigenes Körperteil. Die Emmy-Noether-Nachwuchsforschergruppe von Dr. Christian Klaes arbeitet daran, diesen Traum wahr zu machen.

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08.03.2018 Wie das Gehirn Stress beim Lernen kompensieren könnte

Freund oder Feind, kariert oder gestreift – das Gehirn sortiert die Umwelt ständig in Kategorien. Wie das auch unter Druck gut klappt, haben Forscher der RUB untersucht.

Wenn Menschen Situationen in Sekundenschnelle einordnen müssen, hilft es, auf gelernte Kategorien zurückgreifen zu können. Wie gut das Lernen von Kategorien in stressigen Situationen funktioniert, haben Psychologen der Ruhr-Universität Bochum mittels Elektroenzephalographie, kurz EEG, untersucht. Im „Journal of Cognitive Neuroscience“ beschreiben sie einen Mechanismus, mit dem das Gehirn Stress kompensieren könnte.

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08.03.2018 Wenn Maschinen Menschen überflügeln

Möchten wir Maschinen haben, die intelligenter sind als wir?

Neuroinformatik möchte einerseits das menschliche Gehirn verstehen, andererseits Algorithmen entwickeln, die menschliche geistige Fähigkeiten nachbilden oder gar übertreffen. Die jüngsten Erfolge des Maschinellen Lernens zeigen, dass es zunehmend gelingt, den Menschen zu überflügeln, zum Beispiel bei dem Spiel „Go“, bei bestimmten Computerspielen oder der Erkennung von Objekten in Fotos.

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05.03.2018 Wenn Zebrafinken Liebeslieder hören

Was im Gehirn von Zebrafinken bei der Wahl des Paarungspartners passiert.

Ob ein Zebrafinken-Weibchen ein Männchen als Paarungspartner wählt, hängt ganz vom Balzgesang des Männchens ab. Welche Gehirnregionen entscheiden, ob das Liebesgezwitscher zur Wahl des Partners führt, haben Forscher der Universiteit Antwerpen, der McGill University in Montreal und der Ruhr-Universität Bochum untersucht. Sie analysierten die Hirnaktivität der Vögel mit funktioneller Kernspintomografie und identifizierten eine entscheidende Region, die wie ein Knotenpunkt fungiert.

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21.02.2018 Zwei rivalisierende Theorien in einem Modell vereint

Computermodelle helfen, das Gedächtnis zu verstehen.

Schon lange diskutieren Hirnforscher darüber, ob ein bestimmter Teil des menschlichen Gedächtnisses aus zwei getrennten Systemen besteht oder nicht. Ein neues Computermodell von Bochumer Neuroinformatikern zeigt auf, wie die gegensätzlichen Theorien zusammengeführt werden könnten. Das Team um Prof. Dr. Sen Cheng und Dr. Jing Fang stellt die Ergebnisse im Fachmagazin „Neural Computation“ vor.

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24.01.2018 Gefühle entscheiden, von welcher Seite wir uns umarmen

Warum Männer-Umarmungen eine Ausnahme sind.

In emotional aufgeladenen Situationen umarmen wir uns öfter linksseitig als in neutralen Zusammenhängen. Das haben Biopsychologen der Ruhr-Universität Bochum (RUB) um Julian Packheiser, Noemi Rook und Privatdozent Dr. Sebastian Ocklenburg herausgefunden, indem sie über 2.500 Umarmungen auswerteten.

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22.01.2018 Umfangreiche Richtlinien für Multiple-Sklerose-Therapie veröffentlicht

Seit 1993 kommen immer wieder neue Medikamente gegen die Krankheit auf den Markt. Sie alle sind mit Chancen und Risiken verbunden. Ein Überblick fehlte bislang.

Für die medikamentöse Behandlung der Multiplen Sklerose (MS) hat ein internationales Team 20 Richtlinien zusammengestellt. Sie machen Chancen und Risiken, mit denen diese Substanzen verbunden sind, transparent und sollen Betroffene so dabei unterstützen, die passende Arznei für den jeweiligen Fall auszuwählen.

Die Richtlinien erarbeiteten 27 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler um Prof. Dr. Xavier Montalban von der Universitätsklinik Vall d’Hebron in Barcelona und Prof. Dr. Ralf Gold vom Bochumer Universitätsklinikum St. Josef-Hospital. Sie sind in den Fachzeitschriften „Multiple Sclerosis Journal“ und „European Journal of Neurology“ erschienen.

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20.12.2017 Antidepressivum könnte gegen Multiple Sklerose helfen

Forscher haben die Wirksamkeit eines altbekannten Medikaments bei einer völlig anderen Krankheit getestet.

Das Antidepressivum Clomipramin könnte auch gegen die Symptome der Multiplen Sklerose (MS) helfen, speziell gegen die progrediente Form, die ohne Schübe verläuft. Gegen diesen MS-Typ gibt es bislang kaum Medikamente. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler um Prof. Dr. V. Wee Yong von der University of Calgary und Dr. Simon Faissner von der Ruhr-Universität Bochum screenten 1.040 generisch erhältliche Medikamente und fanden darunter eines, das basierend auf präklinischen Untersuchungen für die Multiple-Sklerose-Therapie infrage kommt. In der Zeitschrift „Nature Communications“ vom 19. Dezember 2017 berichten sie über ihre Ergebnisse.

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18.12.2017 Wie aus Gerüchen Langzeiterinnerungen werden

Der Duft von Omas Weihnachtsplätzchen oder das Parfüm des ersten Schwarms – manche Gerüche sind wie ein Schlüssel zu einer Tür in die Vergangenheit.

Welche Bereiche des Gehirns dafür verantwortlich sind, dass ein Geruch als Langzeiterinnerung abgespeichert wird, haben die Bochumer Neurowissenschaftlerinnen Dr. Christina Strauch und Prof. Dr. Denise Manahan-Vaughan untersucht. Manche Düfte können Erinnerungen an lange zurückliegende Erlebnisse triggern. Die aktuelle Studie zeigt, dass der piriforme Kortex, ein Teil des Riechhirns, am Abspeichern dieser Erinnerungen beteiligt ist; allerdings funktioniert der Mechanismus nur im Zusammenspiel mit anderen Hirnregionen. Die Ergebnisse berichtet das Team der Ruhr-Universität Bochum in der Fachzeitschrift Cerebral Cortex.

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22.11.2017 „Wir sollten unseren bisherigen Forschungsansatz überdenken“

Ein Team von Hirnforschern blickt über die wissenschaftliche Routine hinaus – und fordert eine bessere Vernetzung in der eigenen Disziplin.

„Wenn wir verstehen wollen, wie das Zusammenspiel von Molekülen unser Verhalten prägt, müssen wir unseren bisherigen Forschungsansatz überdenken.“ So lautet das Fazit eines Übersichtsartikels, den ein Team von Hirnforschern in der Fachzeitschrift „The Neuroscientist“ veröffentlicht hat. Sie fordern einen ganzheitlicheren Ansatz in der Neurowissenschaft.

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29.09.2017 Gamer haben Vorteile beim Lernen

Videospiele sind offenbar besser als ihr Ruf.

Neuropsychologen der Ruhr-Universität Bochum haben Computerspieler und andere Probanden bei einer Lernaufgabe gegeneinander antreten lassen. Die Gamer schnitten signifikant besser ab und zeigten während des Tests eine höhere Aktivität in einem lernrelevanten Hirnbereich. Über die Studie berichten Prof. Dr. Boris Suchan, Sabrina Schenk und Robert Lech in der Fachzeitschrift Behavioural Brain Research.

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26.09.2017 Tauben beim Multitasking besser als Menschen

Für kognitive Fähigkeiten braucht es nicht die komplexe Großhirnrinde der Säugetiere – wie man lange angenommen hat. Das kleine Vogelgehirn reicht völlig aus.

Tauben können genauso schnell wie Menschen zwischen zwei Aufgaben hin und her wechseln – in manchen Situationen sind sie sogar noch schneller. Zu diesem Ergebnis kommen Biopsychologen, nachdem sie Vögel und Menschen mit dem gleichen Verhaltensexperiment getestet haben. Als Ursache für die leichten Vorteile der Vögel beim Multitasking vermuten die Autoren die höhere Neuronendichte im Gehirn der Tauben.

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07.09.2017 Ein Blick ins Gehirn

Es ist alles eine Frage der Nerven. Behaupten die Neurowissenschaftler. Und erklären es einmal im Jahr der Öffentlichkeit.

Die Hirnforscher der RUB laden zum Brain Day ein. Am 13. September 2017 dreht sich alles um aktuelle Forschungsergebnisse aus den Neurowissenschaften. Zwischen 13 und 17 Uhr erwartet die Gäste im Veranstaltungszentrum der RUB ein buntes Programm unter anderem mit Vorträgen und Präsentationen.

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30.08.2017 Standardmethoden könnten Ergebnisse verfälschen

Hirnnervenzellen sind Sensibelchen. Nur auf natürliche Signale reagieren sie normal. Neurowissenschaftler müssen daher vielleicht umlernen.

Wenn Neurowissenschaftler Nervenzellen bei ihrer Arbeit untersuchen, nutzen sie normalerweise ein standardisiertes Verfahren, bei dem die Zellen mit künstlichen Aktionspotenzialmustern elektrisch stimuliert werden. Das ist möglicherweise ein Fehler, wie das Team von Prof. Dr. Patrik Krieger von der Abteilung für Systemische Neurowissenschaften in der Medizinischen Fakultät der Ruhr-Universität Bochum (RUB) feststellt. Die Forscher haben statt der künstlichen Aktionspotenzialmuster natürliche Erregungsmuster verwendet und damit andere Ergebnisse erzielt. Ihre Studie veröffentlichten sie in der Fachzeitschrift Frontiers in Cellular Neuroscience.

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24.08.2017 Wie die Emotionen anderer den Geruchssinn beeinflussen

Ob etwas gut riecht oder nicht, hängt nicht nur von der eigenen Nase ab.

Der emotionale Gesichtsausdruck anderer Menschen beeinflusst, wie positiv oder negativ wir selbst einen Duft empfinden. Grundlage für diesen Effekt scheint die Aktivität eines Hirnbereiches zu sein, der für das Riechen zuständig ist und schon vor der Wahrnehmung eines Geruches aktiv wird. Das berichten Neuropsychologen der Ruhr-Universität Bochum in der Fachzeitschrift Scientific Reports.

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19.07.2017 Behandlung gegen Spinnenangst wirkt auch gegen andere Ängste

Wer sich seiner Angst vor Spinnen stellt, dem kann danach auch keine Schabe mehr was.

Spinnen machen vielen Menschen Angst, und wer Angst vor Spinnen hat, fürchtet sich oft auch vor anderen Tieren wie Ratten, Schlangen oder Schaben. Forscherinnen und Forscher der Ruhr-Universität Bochum (RUB) haben nun festgestellt, dass sich der Erfolg einer Behandlung gegen Spinnenangst auch auf andere zuvor furchteinflößende Tiere auswirkt: Personen, die ihre Angst vor Spinnen durch ein Konfrontationstraining reduziert hatten, fürchteten auch Schaben deutlich weniger. Das Team berichtet im Journal „Neuropsychopharmacology“.

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22.06.2017 Die Karte im Kopf

Orientierungssinn oder Sehsinn – worauf verlassen sich Ratten eher, wenn sie sich an einem fremden Ort zurechtfinden sollen?

Wollen sich Ratten in einer neuen Umgebung orientieren, erschaffen sie mithilfe spezialisierter Gehirnzellen eine mentale Karte von ihrem Umfeld. Wissenschaftler der Ruhr-Universität Bochum haben untersucht, ob die Tiere sich dabei eher auf das verlassen, was sie sehen, oder auf ihren Orientierungssinn. Das Team um die Neurophysiologin Prof. Dr. Denise Manahan-Vaughan und den Neuroinformatiker Prof. Dr. Laurenz Wiskott veröffentlichte seine Ergebnisse in der Fachzeitschrift Frontiers of Behavioral Neuroscience.

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12.05.2017 Der Duftstoff Hedion beeinflusst menschliches Verhalten

Ob Menschen – so wie Tiere – über Pheromone kommunizieren, ist umstritten. Eine Studie von Riech- und Verhaltensforschern der Universitäten Bern, Köln und Bochum könnte der Forschung neuen Antrieb geben.

Eine neue Studie legt nahe, dass der blumige Duftstoff Hedion menschliches Verhalten beeinflusst. In verhaltensökonomischen Laborstudien von Forschern der Universitäten Bern, Bochum und Köln verstärkte Hedion reziproke Verhaltensweisen nach dem Motto „Wie du mir, so ich dir“. Diese Ergebnisse sind auch deshalb von Bedeutung, da Hedion zuvor als erster Duft identifiziert wurde, der einen menschlichen Pheromonrezeptor (VN1R1) erregt. Dadurch wird eine Aktivierung einer Gehirnregion hervorgerufen, die an der Hormonsteuerung beteiligt ist, bei Frauen ist der Effekt sogar zehnmal stärker als bei Männern.

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20.04.2017 Was wir von Fischen und Tauben über Händigkeit lernen können

Sie haben zwar keine Hände, aber trotzdem einiges mit dem Menschen gemeinsam.

Links-rechts-Unterschiede im Gehirn sind nicht einzigartig für den Menschen. Das belegen Studien mit verschiedenen Spezies, zum Beispiel die Arbeiten mit Tauben an der Ruhr-Universität Bochum. In einem Übersichtsartikel in der Zeitschrift Neuron stellen die Biopsychologen Prof. Dr. Dr. h. c. Onur Güntürkün und Privatdozent Dr. Sebastian Ocklenburg Belege zusammen, die diese Aussage stützen. Die Forscher ziehen aus den Tierdaten auch Rückschlüsse darauf, wie Asymmetrien beim Menschen entstehen.

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22.03.2017 Seltene Muskelkrankheit entdeckt

Nach der Ursache für diese Krankheit mussten die Bochumer Mediziner gründlich suchen. Und auch jetzt sind noch viele Fragen zu den zugrunde liegenden Mechanismen offen.

Muskelschwäche in den Beinen, ein unsicherer Gang, die ständige Gefahr zu stolpern – solche Symptome sind üblich für Menschen mit Muskelerkrankungen. Auf den Patienten, der mit diesen Beschwerden ins Universitätsklinikum Bergmannsheil kam, passte aber keine der bekannten Diagnosen. Eine ausführliche Untersuchung durch die Bochumer Mediziner ergab schließlich, dass sie es mit einer neuen Krankheit zu tun hatten.

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15.03.2017 Wie sich die Zellumgebung bei bestimmten Augenkrankheiten verändert

Durchblutungsstörungen der Netzhaut sind eine häufige Ursache für Erblindungen. Das Gerüst aus Proteinen, das die Zellen umgibt, könnte eine entscheidende Rolle dabei spielen.

Wenn die Netzhaut nicht ausreichend mit Blut versorgt ist, verändert sich das Proteingerüst in der Umgebung der retinalen Zellen, die sogenannte extrazelluläre Matrix. Verschiedene Augenerkrankungen, etwa der Grüne Star, gehen mit solchen Durchblutungsstörungen einher. Wie genau sich die extrazelluläre Matrix dabei umstrukturiert, beschreiben Forscher der Ruhr-Universität Bochum in der Fachzeitschrift „Scientific Reports“.

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03.03.2017 Wenn verschiedene Gehirne sprechen

Mühelos erzeugt das Gehirn gesprochene Worte. Die zugrunde liegende Hirnaktivität sieht aber bei jedem Menschen etwas anders aus. Warum?

Kein Gehirn ist wie das andere. Bei manchen Menschen ist es ein bisschen größer oder ein bisschen schwerer als bei anderen, manche haben mehr graue, andere mehr weiße Substanz. In wissenschaftlichen Studien werfen Hirnforscher am Ende der Datenerhebung üblicherweise alle Gehirne in einen Topf und bilden einen Mittelwert. Nicht so Patrick Friedrich. Der Doktorand in der Arbeitseinheit für Biopsychologie interessiert sich für die Unterschiede zwischen den Gehirnen verschiedener Personen. Aber nicht nur auf anatomischer Ebene. Mit der funktionellen Kernspintomografie erfasst er auch Unterschiede in der Hirnaktivität.

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23.02.2017 Symposium - Roboter in der Medizin

Hilfsmittel mit den Gedanken steuern oder trotz Querschnittslähmung wieder gehen: keine Zukunftsmusik, sondern Realität.

Was Robotertechnologien in der medizinischen Therapie leisten können, hat ein außergewöhnliches Symposium am Berufsgenossenschaftlichen Universitätsklinikum Bergmannsheil gezeigt. International renommierte Experten und Wissenschaftler stellten am 21. Februar 2017 modernste robotergestützte Verfahren vor, die schon heute in der Behandlung von querschnittsgelähmten Patienten spektakuläre Erfolge erzielen.

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17.02.2017 Warum wir Links- oder Rechtshänder sind

Anders als gedacht liegt die Ursache scheinbar nicht im Gehirn.

Ob Menschen Rechts- oder Linkshänder werden, bestimmt nicht das Gehirn, sondern das Rückenmark. Diese Schlussfolgerung legen Ergebnisse eines Teams um Privatdozent Dr. Sebastian Ocklenburg, Judith Schmitz und Prof. Dr. Dr. h. c. Onur Güntürkün nahe. Die Biopsychologen der Ruhr-Universität Bochum wiesen mit Kollegen aus den Niederlanden und Südafrika nach, dass die Genaktivität im Rückenmark bereits im Mutterleib asymmetrisch ist. Eine Präferenz für linke oder rechte Hand könnte auf diese Asymmetrie zurückzuführen sein.

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17.01.2017 Forscher entdecken schwere Nebenwirkung bei zugelassenem Medikament

Die Substanz Alemtuzumab kommt bei Multiple-Sklerose-Patienten mit schweren Krankheitsschüben zum Einsatz. Diese kann es scheinbar noch verschlimmern.

Das Multiple-Sklerose-(MS)-Medikament Alemtuzumab kann schwere, unberechenbare Nebenwirkungen auslösen. Zu diesem Ergebnis kommt ein Team um Prof. Dr. Aiden Haghikia und Prof. Dr. Ralf Gold von der Klinik für Neurologie der Ruhr-Universität Bochum im Katholischen Klinikum Bochum (St. Josef-Hospital). In der Zeitschrift „Lancet Neurology“ berichten die Wissenschaftler von zwei Patienten, bei denen die Infusion von Alemtuzumab die Symptome erheblich verschlimmerte. Das Team beschreibt außerdem eine Therapie, die die schädlichen Nebenwirkungen erfolgreich eindämmte.

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11.01.2017 Unter Stress lernen Sinne nicht

Stress ist für viele Menschen Alltag – manche lieben ihn, andere macht er krank. Aber was macht Stress eigentlich mit unseren Sinnen?

Wenn wir unsere Sinne trainieren, können wir sie schärfen und ihre Leistung verbessern. Das Stresshormon Cortisol kann diese wichtige Fähigkeit allerdings komplett unterbinden. Darüber haben Neurowissenschaftler der Ruhr-Universität Bochum (RUB) in der aktuellen Ausgabe von „Psychoneuroendocrinology“ berichtet.

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