Profil

Forschungsstruktur

Im Forschungsschwerpunkt Neurowissenschaften werden die intellektuellen sowie methodischen Ressourcen führender Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler im Bereich der sensorischen, kognitiven, zellulären und molekularen Forschung vereint. Eine Optimierung dieser Forschungsstärke der Ruhr-Universität Bochum erfolgt durch deren Bündelung im RDN.

Das RDN verfährt nach der Strategie, dass Erkenntnisse der neurowissenschaftlichen Grundlagenforschung mit klinischen Ansätzen kombiniert und bis auf die Ebene der computerunterstützten Modellierung von Hirnfunktionen ausgedehnt werden. Der Fokus der Forschung konzentriert sich dabei auf die Untersuchung der Mechanismen sensorischer Wahrnehmung, von Lernen und Gedächtnis, aber auch auf die Untersuchung von Mechanismen und Therapien von Hirnpathologien, wie Alzheimer, Multipler Sklerose, Chorea Huntington oder Schizophrenie.

Das RDN als Dach der interdisziplinären und neurowissenschaftlichen Forschung an der Ruhr-Universität legt hierbei seinen Fokus auf drei Bereiche, um ein exzellentes, kompetitives und internationales Forschungsumfeld zu bieten und weiter zu entwickeln.

1. Ausbau der Forschungs-Infrastruktur


Ziel des RDN ist, die bestehende exzellente neurowissenschaftliche Forschung weiter zu stärken und eine state-of-the-art Ausstattung zu gewährleisten. So wurden in den letzten Jahren über das RDN zahlreiche Gemeinschaftsgeräte für interdisziplinäre Forschungsprojekte angeschafft. Damit stehen modernste Methoden zur Verfügung, so dass Untersuchungen von molekularen und zellulären Aspekten (Zwei-Photonen- und Multiphotonen-Mikroskopie, Tiefenstruktur-Fluoreszenz-Mikroskopie, Patch-Clamp-Ableitungen, Optical-Imaging, Multielektrodenableitungen), sowie Untersuchungen kognitiver Prozesse mit Hilfe von EEG (128-Kanal EEG-System) - und rTMS-Untersuchungen sowie funktioneller Kernspintomographie (7 Tesla (von der Stiftung Mercator), 3 Tesla (RDN)) durchgeführt werden können.

Siehe auch Ausstattung.



2. Unterstützung bei dem Aufbau von multidisziplinären Forschungsprojekten


Der langjährigen Tradition im Bereich der systemischen neurowissenschaftlichen Forschung folgend hat sich der seit Mitte 2010 von der DFG geförderte interdisziplinäre Sonderforschungsbereich SFB 874 “Integration und Repräsentation sensorischer Prozesse“, zum Ziel gesetzt eine systemorientierte neurowissenschaftliche Strategie anzuwenden, um wesentliche Aspekte der sensorischen Verarbeitung zu erforschen. In den 13 Teilprojekten des SFB 874 wird der Frage nachgegangen, wie sensorische Informationen (visuelle, olfaktorische oder somatosensorische) im Gehirn verarbeitet werden, so dass daraus eine Repräsentation der Welt sowie einer Gedächtnisspur resultiert.
Die seit Anfang 2010 etablierte - von der Mercator- Stiftung unterstützte - Mercator Research Group „Struktur des Gedächtnisses" untersucht die Struktur des Gedächtnisses auf dem Grenzgebiet Medizin-Psychologie-Philosophie. Im Rahmen der Forschergruppe FOR 1581 „Extinction Learning“ (seit 2011 durch die DFG gefördert) werden die neuralen, behavioralen und klinischen Mechanismen des Extinktionslernens bei verschiedenen Tierarten und beim Menschen untersucht. Mit dieser Strategie sollen tiefere Einsichten in die gemeinsamen und in die verschiedenen Mechanismen des Extinktionslernens bei unterschiedlichen Systemen und Organismen gewonnen werden, mit dem Ziel verbindende Erkenntnisse zwischen Grundlagenforschung und Klinischen Wissenschaften zu gewinnen.
Innerhalb des BMBF-Projektes Bernstein Fokus „Neuronale Grundlagen des Lernens“ (gefördert seit 2009), an dem PIs des RDN (aus der Neuroinformatik, Psychologie und Medizin) an drei Verbundprojekten maßgeblich beteiligt sind, steht die Aufklärung der neuronalen Grundlagen des Lernens, sowie die Nutzung der erzielten Ergebnisse im Fokus, was mit einer engen interdisziplinäre Kooperation aus experimenteller und theoretischer Analyse einhergeht. Das seit Anfang 2011 laufende EU-Projekt „Neural Dynamics“ hat zum Ziel ein robotisches System zu bauen, das die menschlichen kognitiven Fähigkeiten, sich in einem Raum zu orientieren, nachahmt.
Hinzu kommen zahlreiche Beteiligungen von PIs des RDN an Netzwerkprojekten, wie z.B. das Kompetenznetz Neurowissenschaften „NeuroNRW“ und das Kompetenznetz Stammzellforschung NRW. Dies sind vom Land NRW unterstützte Netzwerke, die wissenschaftliche Kooperationen zwischen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der verschiedenen Universitäten und Institutionen in NRW fördern. PIs des RDN sind zudem auch an deutschlandweiten Kompetenznetzen wie „Schlaganfall“, „Multiple Sklerose“ und „Parkinson“ beteiligt.



3. Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses


Ein sehr wichtiger Schwerpunkt an der RUB und des RDN ist die Ausbildung junger Neurowissenschaftlerinnen und -wissenschaftler. Mit der „International Graduate School of Neuroscience“ (IGSN) ist unter dem Dach des RDN, ein eigenständigen Pfeiler, für die strukturierte interdisziplinäre neurowissenschaftliche Doktorandenausbildung fest etabliert, die auch international große Anerkennung findet. Dies findet seinen Ausdruck in der hohen Zahl von talentierten Studierenden in der IGSN aus aller Welt (derzeit insgesamt ca. 60 Studenten). Diese „offene Fakultät“ für Neurowissenschaften mit eigenem Promotionsrecht zum „PhD in Neuroscience“ an der Ruhr-Universität hat sich seit ihrer Gründung 2001 fast verdreifacht. Mit der Gründung der Bochum Research School for Medical Neuroscience (BoNeuroMed) 2009 und der Etablierung des integrierten Graduiertenkollegs (IRTG) des SFB 874 sowie der Graduiertenausbildung der FOR 1581 fand eine weitere Stärkung der IGSN statt.
Die Strategie einer hervorragenden Ausbildung in der IGSN, sowie ergänzender fachfremder Soft-Skills-Kurse in der eng assoziierten Research School der Ruhr-Universität (RUB-RS) mit der Einbindung der Studierenden in hochaktuelle Forschungsprojekte fördert den Synergieeffekt einer exzellenten Ausbildung in einem exzellenten Forschungsumfeld.

Das RDN sieht eine weitere wichtige Aufgabe in der Unterstützung des wissenschaftlichen Nachwuchses auch auf der Ebene der Postdoktorandinnen und Postdoktoranden. Es unterstützt die eigenständige Forschung in einem sehr frühen Stadium der Karriere junger Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, mit dem Ziel diese in die Entscheidungsprozesse des RDN zu integrieren.



Organisationsprofil

Das Research Department of Neuroscience (RDN) wurde 2010 als Teil des Zukunftskonzepts “Research Campus RUB” gegründet, um exzellente Forschung zu fördern. Bis Ende 2010 wurde es finanziell durch Mittel des Ministeriums für Innovation, Wissenschaft, und Forschung des Bundeslandes Nordrhein-Westfalen gefördert.

Die Organe des RDN sind

• die Mitgliederversammlung, bestehend aus neurowissenschaftlich arbeitenden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die entsprechend der Geschäftsordnung des RDN die Kriterien für eine Mitgliedschaft erfüllen

• der Vorstand (bestehend aus 12 Mitgliedern, inklusive des Sprechergremiums)

• der Sprecher (Prof. Dr. Sen Cheng), sowie zwei stellvertretende Sprecher (Prof. Dr. Stefan Herlitze und Prof. Dr. Güntürkün)

Die Wahl des Vorstandes und des Sprechergremiums erfolgt in der Mitgliederversammlung. Der Vorstand ist das Entscheidungsgremium des RDN, wobei in der Mitgliederversammlung eingebrachte Anträge, Vorschläge und Entscheidungen Berücksichtigung finden. Der Sprecher führt die Geschäfte und vertritt das RDN nach außen. Unterstützt wird der Sprecher von der Wissenschaftsmanagerin des Departments.

Eine von der Mitgliederversammlung verabschiedete und vom Rektorat der Ruhr-Universität Bochum genehmigte Geschäftsordnung stellt die rechtliche Grundlage und Handlungsfähigkeit des Departments dar.